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Columbusritter, Knights of Columbus, amerikanische katholische Organisation

Columbusritter, Knights of Columbus, amerikanische katholische Organisation, die ihrem Wesen nach gegen die Freimaurerei gerichtet ist, ohne im allgemeinen aggressiv aufzutreten. Der Gründer, Rev. M. J.

M c G i v n e y in New Haven, Conneticut (1882), wollte der Freimaurerei hauptsächlich dadurch entgegenwirken, daß er Katholiken, namentlich auch die damals zahlreich an diese Anschluß suchenden jüngeren Elemente, durch Schaffung einer in den äußeren Formen ähnlichen Organisation vom Eintritt in Logen abhielt. Die Anlehnung an das freimaurerische Vorbild ist sehr deutlich: die C. besitzen ein Gebrauchtum in vier Graden, Zeichen, Worte und Griffe usw. Sie tragen eine Uniform ähnlich der der Knights Templar (s. d.), der amerikanischen freimaurerischen Tempelritter, und veranstalten wie diese große Paraden. Den Mitgliedern, namentlich den ehemaligen Kriegsteilnehmern, stehen zahlreiche Wohlfahrtsanstalten zur Verfügung. An der Katholischen Universität in Washington errichteten sie einen Lehrstuhl für amerikanische Geschichte. Die Zahl der Ordensmitglieder in den Vereinigten Staaten, Kanada, Mexiko, Kuba und Neufundland erreichte eine Million; die Bundeszeitschrift "Columbia" erscheint in einer Riesenauflage. In Amerika bestehen gegen 2400 "Councils", Zweigvereine, unter 60 Staatsdirektionen. Während des Weltkrieges betrieben sie in Frankreich Fürsorgeanstalten für katholische amerikanische Soldaten mit einem Aufwand von 14,000.000 Dollar. Nach dem Krieg bestand die Absicht, auch in Europa Fuß zu fassen. Zunächst wurde 1923 in Rom ein Wohlfahrtswerk errichtet. Als offizieller Zweck wird angegeben: Gegenseitiger Schutz und Förderung der katholischen Ideen. Lebhafte Tätigkeit wird zur Bekämpfung des Sozialismus als Exponent des "materialistischen Radikalismus" entfaltet.

Die antifreimaurerische Tendenz kam anläßlich des Kulturkampfes in Mexiko dadurch zum Ausdruck, daß die C. in der ganzen Welt in verschiedenen Sprachen abgefaßte Pamphlete verteilten, die die Schuld an den Ereignissen der Freimaurerei in die Schuhe schieben sollten. Im übrigen aber bestehen vielfach (z. B. im Staate New York) freundschaftliche Beziehungen zwischen den beiden Bünden. Es ist vorgekommen, daß ein Großmeister der Großloge von New York am Nationalfeiertag bei den C. die Festrede hielt, während in manchen Orten bei freimaurerischen Tempelweihen usw. die C. als Gratulanten sich einfinden. Solche Beziehungen werden in gewissen katholischen Kreisen sehr ungern gesehen, die an sich schon wegen des freimaurerähnlichen Charakters gegen diese Organisation ihrer Glaubensgenossen voreingenommen sind. Ein Versuch von C., mit Führern der Knights Templar zur Bereinigung der Gegensätze zusammenzutreten (1924), wurde von Kardinal O'C o n n e 11 aufs entschiedenste mißbilligt. 1925 erließ der leitende Ausschuß der C. von Quebec, Kanada, eine geharnischte Resolution, in der erklärt wurde, die Freimaurerei der Vereinigten Staaten sei trotz aller Beteuerungen der katholischen Kirche feindlich gesinnt, was aus Erörterungen über die Schuldfrage deutlich hervorgehe. Infolgedessen beteuere der "Executive Council" neuerdings seine unbedingte Unterwerfung unter die auf die "verbotenen Gesellschaften" bezüglichen Gebote der katholischen Kirche und verdamme aufs nachdrücklichste die Haltung der mit den Freimaurern paktierenden C. Gleichzeitig wurde die höchste Behörde der C. (Supreme Board) aufgefordert, allen Unterabteilungen die kirchlichen Vorschriften in bezug auf die Freimaurerei in Erinnerung zu bringen.

Für Jugendliche wurde neuerdings eine eigene Organisation, die "Columbian Squires", geschaffen.­

Wolfgang Ziegler 8 May 2005
 

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